Stellungnahme zum Angeln ab 20.04.2020

Sehr geehrte Mitglieder, liebe Fischerinnen und Fischer,

die vergangenen Wochen waren geprägt von der Corona-Pandemie und deren Auswirkungen auf unser tägliches Leben. Vieles hat sich geändert und vieles ist derzeit nicht möglich. Die in Bayern verhängten Ausgangsbeschränkungen, in den Nachbarländern sind es teilweise strikte Ausgangsverbote, haben unsere Aktivitäten sehr stark eingeschränkt, so manches gar zum Erliegen gebracht. Gleichwohl ist bei den allermeisten Mitmenschen mittlerweile das Bewusstsein gewachsen, dass Einschränkungen notwendig und sinnvoll sind, gilt es doch in erster Linie, die ungehemmte Ausbreitung der Krankheit einzudämmen und unser Gesundheitssystem nicht zu überlasten, um bei Bedarf genügend medizinische Kapazität zur Verfügung zu haben und wirklich alle Notfälle angemessen behandeln zu können.

Nach eingehender Diskussion (mit aktuellen Kommunikationsmedien) hatte die Vorstandschaft den Beschluss gefasst, die jährlich übliche Gewässersperre im März bis auf einschließlich 19. April auszuweiten. Dieser Beschluss ist uns nicht leicht gefallen und wurde auch nicht von allen Anglern für gut geheißen. Die große Mehrheit der Rückmeldungen hat jedoch diese besondere Maßnahme unterstützt. Die Geschäftsstelle musste ebenfalls schließen, ist aber telefonisch erreichbar geblieben. Die Aktion Saubere Ufer sowie die ersten Jugendveranstaltungen mussten bereits abgesagt werden, die Absage weiterer Vereinsveranstaltungen wird folgen müssen.

Eine augenscheinliche Anhäufung von Anglern am Fischwasser sollte insbesondere zu Beginn der Ausgangsbeschränkungen vor Ostern vermieden werden. Einigen war wohl zu Beginn der Beschränkungen die Tragweite ihres Handelns noch nicht vollständig bewusst. Der ASV Landshut mit seinen knapp 3.000 Mitgliedern ist nun auch kein kleiner Verein und wenn viele Mitglieder sich an den „Hot-Spots“ zum Forellenangeln treffen, dann wirft das ohnehin nicht das beste Bild für den Rest der Bevölkerung ab.

Des Weiteren war die Ausgabe von Tageserlaubnisscheinen kaum möglich – fast alle Ausgabestellen mussten schließen. Wir haben uns deshalb intensiv um die Ausweitung der Online-Lösung mit der Firma Hejfish bemüht, aber das bedurfte einer gewissen Vorbereitungszeit und behördlicher Genehmigung. Für die Zeit ab dem 20.04. stehen nun Online-Tageserlaubnisscheine für die 3 Isarstaustufen, die Gretlmühlweiher und auch für den Josef-Mauerer-Weiher, den Markus-Rüb-Weiher sowie für den Georg-Costa-Weiher zur Verfügung.

Eine Freigabe der Gewässer zum 01. April – in erster Linie für die Inhaber von Jahreserlaubnisscheinen – wäre sicherlich von den Fischerkameraden ohne Jahreskarte als nicht gerade kameradschaftlich aufgefasst worden. Da zudem nicht für alle Strecken Jahreskarten ausgegeben werden können, hätte sich der „Angeldruck“ zu Saisonbeginn auf einige Gewässer besonders erhöht.

In der Zwischenzeit konnten nun die vorgesehen Besatzmaßnahmen erfolgen. Die eingegangenen vertraglichen Verpflichtungen haben wir erfüllt; die Fische sind bereits in der Zeit vor der Pandemie bestellt und gezüchtet worden, eine Abbestellung war deshalb nicht möglich. Verschiebungen sind ebenfalls nur in geringem Maße möglich, aber z.T. notwendig gewesen. Eine Verschiebung in die wärmere Jahreszeit ist auch aus Tierschutzgründen bei kaltwasseradaptierten Arten nicht empfehlenswert.

Wenn Sie nun ab dem 20.04. wieder zum Fischen gehen, dann tun Sie das bitte verantwortungsbewusst und folgendermaßen:

  • zunächst alleine (max. mit Angehörigen) und nicht in Gruppen,
  • in Wohnortnähe. Für die Vorgabe „in der unmittelbaren näheren Umgebung“ gibt es keine zahlenmäßige Definition, die sich in Kilometerangaben ausdrückt. Interpretieren Sie sie also bitte verantwortungsbewusst,
  • halten Sie genügend Abstand zu weiteren Anglern (mind. 20 – 30 m empfiehlt der Landesverband),
  • befolgen Sie etwaige Anordnungen der staatlich bestätigten Fischereiaufseher – insbesondere hinsichtlich Abständen zu anderen Personen am Gewässer,
  • vermeiden Sie jegliche Anhäufung von Anglern an besonders exponierten Plätzen – auch wenn die Fische vielleicht an bestimmten Stellen vermeintlich „besser beißen“,
  • vermeiden Sie bitte jeglichen Argwohn bei anderen Personen am Gewässer. Viele Angler wurden bereits von unwissenden, evtl. auch missgünstigen Personen bei der Polizei angezeigt,
  • die Sicherheit und die Gesundheit gehen immer vor!

Es ist ein Privileg, dass wir hinaus in die Natur zum Angeln gehen dürfen. Jeder einzelne Angler ist mit seinem Verhalten dafür verantwortlich, dass das so bleibt!

Ansonsten verweisen wir auf die Veröffentlichungen des Bayr. Staatsministeriums, die detaillierten Stellungnahmen des Landesfischereiverbands Bayern bzw. des Niederbayrischen Fischereiverbands zu diesem Thema sowie auf weitere Informationen auf der Vereins-Homepage.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Angehörigen vor allem Gesundheit und auch Petri Heil zu gegebener Stunde. Wir hoffen alle auf bessere Zeiten!

Dr. Manfred Forster, 1. Vorsitzender